WIM-Kino

Fr, 23. Januar 2026 – 20:15 ics

Das WIM Kino zeigt Filme über freie Improvisation. Am 23. Januar werden wir gemeinsam den Film von Antoine Prum: Blue For A Moment: Ein Film über Sven-Ake Johansson ansehen. Angeblich die Erstaufführung in der Schweiz. Und mit etwas Glück erfahren wir auch noch was die Schuhe von Sven-Ake Johansson mit Helge Schneider zu tun haben.

Blue For A Moment: Ein Film über Sven-Ake Johansson – von Antoine Prum
2017, 82min, Deutsch (English subtitles)
(Erstaufführung in CH)

Johansson (geboren 1943 in Mariestad) zog Ende der 1960er Jahre nach Berlin, wo er seither in verschiedenen musikalischen und künstlerischen Kontexten aktiv ist. Seine ersten Auftritte hatte er im Rahmen des Zodiak Free Arts Lab am Halleschen Ufer, wo junge Musiker und Kunststudenten die Grenzen zwischen den Genres ausloteten. In den 1970er und 80er Jahren war er eine feste Größe der Westberliner Free-Jazz-Szene, die sich um das Label FMP/SÅJ formierte. Johansson pflegt langjährige musikalische Freundschaften mit Alexander von Schlippenbach und Rüdiger Carl und entwickelte „sein eigenes Konzept der Noise-Musik, mit dem er zu einem Vorreiter der Echtzeitmusik-Szene wurde, die nach 1990 im Osten Berlins an der Schnittstelle von Hausbesetzungen, freier Improvisation, Punk und Neuer Musik entstand“ (Wolfgang Müller). In seinen Aufführungen und Kompositionen erforscht Johansson die musikalischen Relikte der Moderne der 1950er und 60er Jahre, oft mithilfe von „billigen“ Materialien wie Pappe oder Schaumstoff. Der österreichische Komponist Peter Ablinger nannte diese Praxis „Musica povera“ in Anlehnung an die „Arte povera“, die Alltagsgegenstände zur Kunst erhob und die Verwendung unkonventioneller oder „armer“ Materialien förderte.

Beeinflusst von der Fluxus-Bewegung und ihrem experimentellen, nonkonformistischen Ansatz, begann Johansson schon früh, seine eigene Praxis als Free-Jazz-Schlagzeuger zu dekonstruieren. Indem er das libertäre Prinzip der freien Musik auf andere künstlerische Bereiche übertrug und mühelos zwischen den Rollen des Interpreten, Künstlers, Poeten und Komponisten wechselte, untergrub er etablierte Genres und Medien und erhob den Jazz-Schlagzeuger zum Gesamtkunstwerk.

Mit Peter Ablinger, Burkhard Beins, Peter Brötzmann, Nicholas Bussmann, Rüdiger Carl, Axel Dörner, Norbert Eisbrenner, Aris Fioretos, Thomas Millroth, Andrea Neumann, Alexander von Schlippenbach u. a.

Prix Libre

Musiker*innen
  • BLUE FOR A MOMENT: Ein Film über Sven-Ake Johansson – von Antoine Prum
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