Werkstattkonzert 2. Set

Fr, 12. Oktober 2018 – 21:00

Günter Heinz und die Schweiz

Der damals in Ostberlin wohnende Posaunist Günter Heinz ist seit den 1990er Jahren aufs engste mit der Schweizer Musikszene verbunden.
Er nahm 1990, als noch die DDR existierte, an der Internationalen Tagung für Improvisation
in Luzern teil, lernte zahlreiche Meister der Improvisation, wie Derek Bailey, Barre Philips und Vinko Globokar kennen und schätzen, und er fand viele Freunde und Weggefährten in der Schweiz: die Komponisten Max E. Keller, Hans Eugen Frischknecht und Alfred Zimmerlin, die Schriftstellerin und Musikerin Elisabeth Wandeler-Deck, den Musiker Jürg Solothurnmann und viele andere.
Vom Komponisten und Elektroniker Thomas Kessler wurde er schliesslich 1991 für ein Jahr als Gastkomponist an das Elektronische Studio der Musikakademie Basel eingeladen.
Doch das sollte eine lange Geschichte werden: Günter Heinz kooperierte mit vielen Musikern,
mit den Komponisten Art Clay, Gunnar Kristinsson und Thomas Müller, der Organistin Susanne Kern, den Ensembles “Neue Horizonte Bern“ und “Nachtluft“, mit letzterem entstand das Projekt “Posaune mit Nachtluft“, dem Berner Posaunisten Hans Anliker, den Schlagzeugern Jacques Widmer und Günter Müller, und immer wieder mit Elisabeth Wandeler-Deck und Max E. Keller.
Günter Heinz produzierte 3 seiner CDs beim Schweizer Label FOR4EARS, was entscheidend zum Erfolg seines “the wetware trombone“- Konzepts beitrug.

Im Jahr 2011 wird Günter Heinz mehrere Konzerte mit dem Schweizer Saxophonisten Urs Leimgruber und dem Schlagzeuger Roger Turner spielen, u.a. beim Festival Frei Improvisierter Musik in Dresden.
Aber seine Wege führen auch wieder in die Schweiz, diesmal mit dem Berliner
Komponisten und Elektroniker Andre Bartetzki, mit dem er seit 2007 kooperiert, u.a.
bei der Aufführung seiner “Wittgenstein – Collage über das mathematische Denken und Fühlen“. Mit der Präsentation ihrer CD “akoasma“ werden sie neueste Entwicklungen der Kopplung von Instrument und Elektronik vorstellen.


Max E. Keller (Klavier) begann als Freejazzpianist und hatte bereits 1967 am Zürcher Jazzfestival einen aufsehenerregenden Auftritt und Aufnahmen beim Südwestfunk (J.E. Berendt). Er studierte Komposition u.a. bei Helmut Lachenmann und Nic. A. Huber und war Stipendiat der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks. Seit 1972 hat er über 160 Werke verschiedenster Besetzung geschrieben. Als improvisierender Musiker u.a.: 1991 Zürcher Junifestwochen, 1992-94 "Der Geiger von Brig – Freemusic und Gedichte von Kurt Marti mit Christoph Gallio, Dani Schaffner und Helmut Vogel, 1995 "Moralinski" mit Daniel Mouthon, Kurt Grämiger und Dani Schaffner.
Seine Kompositionen sind in 36 Ländern, in ganz Europa, in Australien, Nord- und Südamerika, in Russland, Südafrika, Korea, Japan und Aserbaidschan aufgeführt und vom Rundfunk aufgezeichnet worden. Fünf CDs sind ausschliesslich seinen Werken gewidmet. Seit 1988 hat er u.a. mit Peter A. Schmid, Dani Schaffner, Christoph Gallio, Mathias Rissi, Kurt Grämiger, Matthias Ziegler, Christian Wolfarth, Daniel Mouthon, Hans Koch, Omri Ziegele, Urs Leimgruber, Christian Weber, Co Streiff, Thomas Borgmann, Barry Guy, Charlotte Hug, Urs Leimgruber, Günter Müller, Hans Hassler und Günter Heinz improvisiert. 2000: "Improvisation und Komposition" in Deutschland, Holland und in der Schweiz; Radio DRS. 2003 - 2010 auch mit den Berlinern Johannes Bauer und Dietrich Petzold im Trio Ampio. 2007 Kulturpreis der Stadt Winterthur. Mit „Accent – figure – layer, einem Projekt zwischen Improvisation und Komposition, hatte er von 2010-2012 grosse Erfolge in Konzerten und Rundfunksendungen. Neue Luzerner Zeitung: „Max E. Keller (Klavier) kombiniert doppelt Improvisation mit Komposition, indem er vage Abläufe für Improvisationen formuliert und Musiker aus Klassik und Jazz vereint. Das Resultat ist bestechend: Musik, die anarchische Entfesselung in griffige Formen bringt ...“
Die CD "Blow, Strike & Touch" (2017) mit Marco von Orellii und Sheldon Suter erhielt viel Anerkennung. Im Kulturtipp Oktober 2017 schrieb Frank von Niederhäusern: "Am Werk sind drei ausgefuchste Instrumentalisten: der Trompeter Marco von Orelli, der Drummer Sheldon Suter und Max E. Keller am Piano, ein Pionier der Freien Improvisation und Neuen Musik. Das Zuhören ist gleichermassen anregend wie unterhaltsam."
Auf der Webseite von Marco von Orelli sind 4 Stücke der CD (Miniatur #4, Nacht Schichten, Miniatur # 5, Wideangle) zu hören: http://marcovonorelli.ch/von-orelli-keller-suter-audio/

http://max-e-keller.ch

MusikerInnen
  • Günter Heinz – Posaune
  • Max E. Keller – Klavier
Fotos
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