WIM Hearings #3 - ENSEMBLE WERKTAG (CH) & NATURA MORTA (F/USA)

So, 19. Februar 2017 – 17:00

WIM-Hearings #3

* set 1 - Ensemble Werktag (CH)
with Tobias Gerber - saxophone, Rafael Rüti - piano & Sebastian Hofmann - percussion
Compositions by Ernstalbrecht Stiebler (*1934): »im Klang sein« (2014) & Edu Haubensak (*1954): Trio (2016).
Both pieces were especially written for Werktag.

http://werktag.cc/

* set 2 - Natura Morta (F/USA)
with Sean Ali - doublebass, Carlo Costa - drums & Frantz Loriot - viola.

www.naturamorta.info

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WERKTAG
Das Zürcher Ensemble WERKTAG wurde 2010 von Sebastian Hofmann (Schlagzeug), Rafael Rütti (Klavier) und Tobias Gerber (Saxophon) gegründet. Neben der Interpretation Neuer Musik interessierte sich das Trio von Anfang an für experimentellere Formen der musikalischen Produktion, lotete Verbindungen von Komposition und Improvisation aus, arbeitete mit Live-Elektronischen Mitteln und suchte immer wieder den kreativen Austausch mit Musikern aus anderen musikalischen Feldern.
Zusammenarbeiten bestanden mit Dominique Girod, Alex Buess, Antoine Chessex, Edu Haubensak, Philipp Schaufelberger, Ernstalbrecht Stiebler, Anna Trauffer, Thomas Peter, Martin Lorenz und anderen.
2015 erschien auf dem Label »A Tree in a Field« die LP »WERKTAG | CHESSEX | BUESS« (TREE056)

Edu Haubensak (*1954): Trio (2016)
Die zentralen Momente in dieser Komposition sind die Pulse und die Mikrotöne. Das Pulsieren-lassen der Musik ist eines der meistbenutzten rhythmischen Elemente in allen Musikkulturen. In diesem ‚Trio’ sind die pulsierenden Klänge meist in minim abweichenden Tempi dargestellt und werden polymetrisch hörbar gemacht. Ähnlich kleinstufig sind die Skordaturen der Saxophone:
20 Cent höher wird das Sopransaxophon, 20 Cent tiefer wird das Alt-saxophon eingerichtet. Diese Abweichungen zum temperiert gestimmten Klavier verändern dessen Klang mit den komplexen Obertönen fundamental.
Die Perkussion besteht aus einer grossen Trommel und zehn Gongs mit genauen Tonhöhen. Die asiatischen Instrumente klingen allerdings in leicht differenter Stimmung zum temperierten Klavier. Dieser Umstand lässt feinste Färbungen der Melodik und Harmonik erwarten. Die Mischung des Klaviers mit dem Saxophon (20Cent) und den zehn Gongs mit nur wenigen Cent Abweichungen geben uns Einblick in die kleinsten Nuancen der Wahrnehmung von Tonhöhen. Die grosse Trommel mit ihrem mächtigen Körper setzt sich zu Beginn des ‚Trio’ lautstark in Szene. Später in der Komposition sind meist Pulse polymetrisch zu den Akkorden des Klaviers gesetzt. Am Schluss dieser Musik sind Geräuschflächen auf dem Fell der Trommel und im höchsten Diskant gesetzte Akkorde des Klaviers zu hören. (Edu Haubensak)

Im Stück »Im Klang sein«, welches Ernstalbrecht Stiebler (*1934) für das Ensemble WERKTAG 2014 geschrieben hat, zeigt sich dessen streng reduktionistische, repetitive und klangorientierte Ästhetik, die in den letzten Jahren von einer jungen Generation elektronischer Musiker, die sich verstärkt für minimalistische Kompositionstechniken Interessiert, wiederentdeckt wurde. »Im Klang sein« öffnet – ausgehend von einer kleinen Sekunde – langsam vorwärts schreitend den Tonraum einer grossen Terz, der sich zum Ende hin wieder verengt. Wie Haubesaks »Trio« lebt auch diese Musik von Reibungen und Schwingungen, die sich aus den mikrotonalen Differenzen zwischen den Schlaginstrumenten und dem Klavier und Sopransaxophon ergeben: eine äusserst reduzierte Musik, die gleichzeitig ungemein farbenreich und lebendig ist.



NATURA MORTA
is an international trio comprising of violist Frantz Loriot, contrabassist Sean Ali and percussionist Carlo Costa. The ensemble is dedicated to exploring musical structures and relationships through collective all-acoustic improvisation. The ensemble creates acoustic sound-sculptures and slow moving sonic landscapes through the use of a variety of strategies. Nontraditional techniques and instrumental preparations are employed by the trio to produce a wide range of timbers. The musical scope of the ensemble stretches from heated silences to relentless drones, to frantic hyperactivity.

Natura Morta released its eponymous debut recording in March 2012 on the Brooklyn-based record label Prom Night Records. The band performed several concerts in New York City and toured the East Coast/Midwest of the US twice that year. In October 2012 Natura Morta released a live recording on a split tape with guitarist Nick Millevoi on the Philadelphia-based label Edible Onion. In January 2014 the trio released Decay, its second studio recording, on the British label FMR Records.
This coming year, for its first Europe tour, Natura Morta will release its third studio recording Environ on the Brooklyn based label Neither/Nor.

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Frantz Loriot was offered to curate the WIM-Hearings series this year and has proposed to bring events with 2 different sets of music, one "written" and one "improvised", performed by existing ensembles and musicians working on very specific subjects and/or esthetics. It is always interesting to see/hear where the boundaries could be...
As you will see, the program is pretty international and eclectic.
Please note that all the concert will take place on Sundays and will start at 5pm.

MusikerInnen
  • Tobias Gerber – Saxophon
  • Rafael Rüti – Piano
  • Sebastian Hoffmann – Perkussion
  • Sean Ali – Bass
  • Carlo Costa – Schlagzeug
  • Frantz Loriot – Bratsche
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